Tutorial: Startrails (Sternspuren) Aufnahme

Ich denke mal jeder der sich in der Hobby-|Amateur-Astronomie Szene auftreibt hat schon einmal solche Startrail beziehungsweise Sternspuren Aufnahmen gesehen. In der Regel sieht man unten eine Landschaft und darüber den Himmeln mit Sternen die allerdings nicht Punktförmig sind sondern in einer durchgezogene, kurvige Linie zu sehen sind. Je weiter man zum Polarstern, auf der Nordhalbkugel, geht desto kürzer werden die Striche bis man zum Polarstern kommt der in der Regel dann nur noch ein Punkt ist.

Startrail Aufnahme vom 02.10.2015

Startrail

Ich habe mich vor einiger Zeit einmal an solch einer Aufnahme versucht und möchte hier erklären wie man eine solche Aufnahme erstellt. Denn so kann man auch ohne ein Teleskop schöne Fotos aus dem Bereich Astronomie machen.

 

Die Idee

Eigentlich sind solche Aufnahmen nicht besonders aufwändig. Man stellt seine Spiegelreflex auf ein Stativ irgendwo hin und belichtet einfach möglichst lange. Mindestens eine Stunde. und je länger desto besser. Allerdings je länger wir ein Bild belichten desto mehr Rauschen tauchen im Bild auf. Aus diesem Grund belichten wir nicht nur ein Bild sehr langen sondern machen viele Bilder die kürzer belichtet sind welche später am Computer zusammengefügt werden. Ich belichte die Bilder immer mit 30 Sekunden da dies die längste Belichtungszeit bei meiner Kamera, bevor dem BULB (Belichtungzeit offen) Modus kommt, ist.

Der Standort

Natürlich möchte man genau so wie bei der visuellen Beobachtung auch bei solchen Aufnahmen eine möglichst dunkle Gegend haben. Ich habe bisher solche Aufnahmen immer von zuhaus aus gemacht. (Wohne am Stadtrand)

Natürlich kann man es auch aus der Großstadt versuchen. Aber vielleicht sollte man dann auch etwas mit der Belichtungszeit sowie der ISO rumspielen.

 

Meine Ausrüstung

Folgende Ausrüstung habe ich für die Aufnahme verwendet:

  • Canon EOS 400D
  • Canon E-FS 18-55 mm
  • Kabelgebundener Fernauslöser
  • kleines Dreibein-Stativ

 

Die Einstellungen

Für die Aufnahmen habe ich folgende Einstellungen genommen:

Modus: M; Belichtung 30s; ISO 400;
Brennweite: 18mm; Fokus: Manuell

 

Der Ablauf

Wenn man ein Standort gefunden hat und die Kamera eingestellt hat und den Fernauslöser mit der Kamera verbunden hat, muss man natürlich noch den Fokus einstellen. Schließlich sollen die Sterne ja schon scharf sein. Dazu stellt man das Objektiv auf Manuell und fokussiert auf “Unendlich” (∞). Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht das dann die Sterne noch nicht scharf sind. Erst wenn man den Fokus wieder etwas zurück dreht werden sie scharf. Am besten stellt man das Objektiv auf Unendlicher Fokus und macht ein Testaufnahme. Dann zoomt man am Display an ein Stern heran und guckt wie scharf er ist. Dann dreht man den Fokus etwas zurück und macht erneut eine Testaufnahme und vergleicht die schärfe eines Stern mit der vorherigen Aufnahmen.

Wenn man den Fokus eingestellt hat, muss man noch den Bereich den man belichten will einstellen. Also welchen Himmelsbereich? Soll was von der Landschaft (Horizont) mit drauf? Wieviel?

Wenn das geklärt und eingestellt ist kann es auch schon los gehen.

*Knopf vom Fernauslöser drücke und nach vorne schieben damit er einrastet und warten*

Eine Aufnahme (30 Sekunden)

Eine Aufnahme (30 Sekunden)

Wenn man die gewollte Gesamtbelichtungszeit erreicht hat, oder die Kamera ausging weil der Akku leer gegangen ist, war es das eigentlich auch schon. Zu mindestens was der Außeneinsatz angeht.

Übrigens man kann auch noch sogenannte Darkframes erstellen. Diese kann man später dazu nutzen um das Rauschen auf den Bildern noch etwas zu entfernen. Dazu lasst man die Kameraeinstellungen so wie sie sind und tut nur den Deckel des Objektives drauf und macht ein paar (1-5) Bildern. Wichtig dabei ist dass man diese nach den eigentliche Aufnahmen macht und nicht erst später daheim. Weil es durch den Temperaturunterschied das Rauschprofil wieder anders ist. Und natürlich können wir diese Darkframes auch nur machen wenn der Akku nicht leer ist. 😉

 

Die Bearbeitung mit StarTrails

Nun müssen wir unsere Aufnahmen nur noch zusammenfügen. Allerdings müssen wir das nicht per Hand machen. Das würde ja ewig dauern. Zum Glück gibt es dafür ein Programm namens StarTrails (http://www.startrails.de/html/softwared.html)

StarTrails unterstützt die Bildformaten JPEG, TIFF und BMP. Da ich meine Aufnahmen in Raw-Format (CR2) speichere muss ich diese erst einmal in eins der drei Formaten umwandeln. Dabei wandel ich die Bilder via Lightroom in TIFF um.

Startrail_menu

Wenn wir die Aufnahmen in das gewünschte Format vorliegen haben können wir das Programm StarTrails starten. Nun laden wir einfach unsere Aufnahmen in das Programm ( Punkt 1 im Bild). Wenn wir auch Dunkelbilder (Dark Frames) gemacht haben können wir sie über den Button (Punkt 2 im Bild) mit laden. Wenn die Bilder geladen wurden sind klicken wir auf das StarTrail Symbol (Punkt 3 im Bild).

 

startrail_einstellungen

Nun müssen wir zwischen Aufhellen und Lighten-Screen-Blend auswählen. Bei Lighten-Screen-Blend wird beim addieren der Bildern die Lücken zwischen den Aufnahmen aufgefüllt sofern welche entstehen. Ich persönlich habe bisher immer diesen Modus gewählt. Nun müssen wir nur noch auf Okay klicken und das Bild wird erstellt. Dies kann nach Anzahl der Bildern und der Rechenleistung des Computers etwas dauern.
Wenn das Bild dann fertig ist können wir es abspeichern und wir haben unsere Sternspuren (Startrail) Aufnahme.

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